Der Klimawandel, der global zunehmende Ressourcenwettbewerb zwischen expandierenden und prosperierenden Volkswirtschaften stellen die Weltgemeinschaft vor große Herausforderungen. Dabei besteht ein enger Zusammenhang zwischen Klima- und Ressourcenschutz und Salutogenese. Die Suche nach rasch umsetzbaren und hoch wirksamen Lösungen ist in vollem Gange.
Diese Plattform informiert über Ansätze und Lösungswege, die auf eine Optimierung von Verschleißteilen in Produktsystemen setzen, um kostengünstige und zielführende Handlungsoptionen für dauerhafte Funktionsbeständigkeit rasch wirksam umzusetzen.
Die durch eine Verbesserung der Funktionsbeständigkeit von Verschleißteilen (gemäß E DIN/TS 35206) erreichbare Nachhaltigkeitswirkung ist erheblich, da diese bei sehr geringen Grenzkosten einen umgehenden positiven Einfluss auf die dauerhafte Funktionsbeständigkeit der betreffenden Produkte haben kann. Dadurch werden rasch umsetzbare und hoch wirksame Lösungen zur Erfüllung von Anforderungen im Klima- und Ressourcenschutz nahezu kostenneutral möglich.
Für die Herstellung von Produkten werden Ressourcen benötigt, die unweigerlich Treibhausgasemissionen aus Abbau, Gewinnung, Verarbeitung und Produktion bewirken und/oder enthalten. Die in Produkten verwendeten Werkstoffe stammen zumeist aus nicht regenerativen Ressourcen.
Ein zentraler Ansatz ist die Sicherstellung der Funktionsbeständigkeit, einer dauerhaften Wiederverwendbarkeit von Ressourcen und Produkten durch geeignete Entscheidungsprozesse und rezyklierende Versorgungssysteme und kollektive Nutzungsintensivierung. Die neue transformative Kreislaufwirtschaft, die neue EU-Ökodesign-Verordnung (ESPR), das neue EU-Recht auf Reparatur, europäische Normen und das G7 Toyama Framework on Material Cycles sowie andere politische Instrumente sollen dies unterstützen.
Kleiner Hebel, große Wirkung
Die Grenzkosten der Optimierung von Verschleißteilen zur Verbesserung ihrer Funktionsbeständigkeit tendieren gen Null. Insbesondere Konsumgüter können unter sonst gleichen Bedingungen und nahezu gleichen Stückkosten in ihrer dauerhaften Funktionsbeständigkeit erheblich verbessert werden. Damit sind Verschleißteile ein wirkungsvoller Hebelpunkt zur Erfüllung von Anforderungen im Kontext der Heausforderungen von Klimawandel, Ressourcenschutz und nachhaltiger Verbesserung der Lebensqualität.
Verschleißteile stehen im Zentrum vieler Nachhaltigkeitsdebatten, weil ihre verkürzte Nutzungsdauer Produkte schneller altern lässt (vorzeitige Obsoleszenz). Mit der E DIN/TS 35206 „Verschleißteile – Allgemeine Definition, Taxonomie und Anforderungen“ liegt nun erstmals eine Technische Spezifikation vor, die Begriffe klärt und Anforderungen strukturiert beschreibt. Die E DIN/TS 35206 „Verschleißteile – Allgemeine Definition, Taxonomie und Anforderungen“ legt damit die Grundlage für eine lebenszyklusorientierte Betrachtung von Verschleißteilen.
Mit Ausgabedatum 2026-03 ist der Norm-Entwurf „E DIN/TS 35206 Verschleißteile – Allgemeine Definition, Taxonomie und Anforderungen“ erschienen und kann im DIN Media Webshop bezogen werden.
Erstellt wurde die DIN/TS 35206 vom DIN KU-AK 9 „Verschleißteile“. Dieser Arbeitskreis befasst sich mit lebenszyklusorientierten Fragestellungen zu Produkten, Prozessen und Organisationen mit dem besonderen Fokus auf Verschleißteile, d.h. solche Produktsystemkomponenten, die einer im Vergleich zur potenziellen Gesamtnutzungsdauer der Stoffe oder des Produktsystems verkürzten Nutzungsdauer unterliegen.
Bei Interesse an einer Mitwirkung im DIN KU-AK 9 „Verschleißteile“ nehmen Sie bitte über die verlinkte Seite Kontakt auf.
Der KU-AK 9 hatte zunächst die Erarbeitung der Technischen Spezifikation „Verschleißteile“ (Definition, Taxonomie, Parameter, etc.) und Technical Report „Verschleißteile“ (Fallbeispiele etc.) zum Ziel. Dabei geht der Arbeitskreis von einem Produktsystembegriff aus, der stoffliche, mechanische, elektrische/elektronische, digitalisierte Komponenten und Informationen als Systemkomponenten einschließt.
Zusammenarbeit mit Hochschulen
Die E DIN/TS 35206 „Verschleißteile – Allgemeine Definition, Taxonomie und Anforderungen“ legt eine allgemein anwendbare Definition und Taxonomie von Verschleißteilen fest, um deren Unterscheidung von anderen Produktkomponenten zu ermöglichen. Es stellt die Zusammenhänge zwischen diesen Komponenten im Hinblick auf ökonomische und nachhaltige Anforderungen dar und gibt allgemeine Grundsätze für deren Berücksichtigung vor. Das Dokument definiert Benennungen und Merkmale von Verschleißteilen und stellt ein System für die branchenübergreifende Anwendung bei allen Produkten, deren Komponenten und verwendeten Ressourcen auf.
Dieses Dokument gibt Anleitung für Unternehmen, Verbände, gesellschaftliche Institutionen und Organisationen im privaten und öffentlichen Sektor. Insbesondere, jedoch nicht ausschließlich, richtet es sich an Regulierer, Normgeber, Designer, Produktentwickler, Beschaffer und Produktmanager.
Damit verbinden sich neue und interdisziplinäre Impulse und Anforderungen für Forschung und Lehre in den angesprochenen Fachgebieten der Hochschulen. Auf europäischer und nationaler Ebene werden entsprechende Fördergelder bereitgestellt.
Bei Interesse besteht seitens der Redaktion die Bereitschaft auf Anfrage Doktor-, Master- und Bachelorarbeiten sowie Forschungsprojekte zu begleiten und betreuen. Studien und Arbeiten im Forschungsfeld Verschleißteile aus Forschung und Lehre können auf dieser Plattform veröffentlicht werden.
Redaktion
Die Plattform wird redaktionell von Stefan Schridde (fachlicher Leiter des DIN KU AK 9) betreut. Für Hinweise, Fragen und Zusammenarbeit nutzen Sie bitte die Kontaktseite.